“… ‘Konjunktur ist im Gange, Kinderarmut wächst weiter an’. Das Problem ist, dass wir trotz zurückgehender Arbeitslosigkeit, trotz konjunktureller Entwicklung eine Situation haben, dass sich die Kinderarmut heute auf 2,5 Millionen Kinder fast verdoppelt hat [seit 2005 BK]. Vor allem durch die Einführung von Hartz IV ist das kenntlich gemacht worden. …”
Thomas Krüger (Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks) heute im Interview mit dem DLF
Heute wurde der “Kinderreport Deutschland 2007″ des Kinderhilfswerkes vorgestellt, nachdem jedes sechste Kind in Deutschland in Armut lebt und zeitweise oder dauerhaft auf ‘Sozialhilfe’ angewiesen ist. 1965 war nur etwa jedes 75. Kind betroffen, das ist ein Anstieg um das 16-fache innerhalb von 40 Jahren. Das Kinderhilfswerk fordert daher ein nationales Programm zur Bekämpfung von Kinderarmut. Seit der Einführung von Hartz IV Anfang des Jahres 2005 hat sich demnach die Zahl der Kinder, die von Sozialhilfe leben, auf gut 2,5 Millionen verdoppelt – mit steigender Tendenz in einem der reichsten Länder der Welt im Wirtschaftsaufschwung, toller Aufschwung…
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[...] klopfen sich die Herrn und Frauen der Politik gegenseitig auf die Schultern und der Aufschwung, den wir nat
Pingback: Kinderarmut in Deutschland » Baby-Zeit Blog – 16. November 2007
Sicher ist das ein schlimmes Thema, aber warum wird eigentlich immer nur von der Kinderarmut gesprochen? Denn mal ganz ehrlich, wenn die Kinder in Armut leben, dann leben doch auch ihre Eltern im Regelfall in Armut. Dabei sollte man aber auch nicht nur auf die ALG2 Empfänger fokussieren, denn es leben in Deutschland viele hunderttausend Menschen, die nicht von ihrer Arbeit leben können und somit auch unter der Armutsgrenze liegen.
Kommentar: Wolf – 16. November 2007
hm, naja, ich habe nicht den eindruck, daß zu oft weder über die allgemeine oder die kinderarmut geredet wird (und meist bleibt es beim reden). bei kindern ist es emotional natürlich bewegender (wenn überhaupt über das thema breit und in den mainstream-medien berichtet wird), denn die können sich nun so gar nicht gegen die verhältnisse wehren, in die sie geboren wurden und leiden doppelt und dreifach, da hat die gesellschaft nochmal nen zacken mehr verantwortung zu übernehmen.
natürlich hast du recht, daß auch die armut von hartz-IV-empfängern und menschen die trotz vollzeit-arbeit unter der armustgrenze leben müssen, die altersarmut und verwahrlosung in heimen usw. thematisiert werden muß, d.h. armut als gesamtgesellschaftliches problem, das eine schließt das andere nicht aus.
Kommentar: bembelkandidat – 16. November 2007
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, Kinderarmut ist immer schlimm und in einem “reichen” Land wie Deutschland auch mit nichts zu entschuldigen. Aber mir fällt halt immer auf, dass gerade in den Mainstreammedien oft nur über die Kinder in Armut gesprochen wird und dabei der kausale Zusammenhang mit der Armut der Eltern vergessen wird.
Kommentar: Wolf – 16. November 2007
deine kritik hab’ ich auch so verstanden, daß sich die mainstream-medien nur marginal und punktuell mit dem thema beschäftigen (nach dem kindchen-schema-prinzip) und die zusammenhänge ausblenden
Kommentar: bembelkandidat – 17. November 2007
Wolf, hinsichtlich der Eltern-Armut geistert doch das mentale Bild durch unsere Gesellschaft, dass – sollten die Eltern mehr Geld erhalten – sie dieses eher für Händies oder ähnliches ausgeben. Alle HartzIV-Empfänger (Etern) seien doch nur Parasiten! Hör dich doch mal um. :(
Kommentar: Martina – 17. November 2007