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Die Apokalypse der Hessen-SPD

Hessen SPD (2008) Der alte Spruch, “Wer hat uns verraten, die Sozialdemokraten”, bekommt für Frau Ypsilanti eine neue Wendung, “Wer hat mich verraten, meine Sozialdemokraten”. Heute sollte der große Tag sein, an dem Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin Hessens gewählt werden sollte. Doch da gab es vor einigen Stunden die Spielverderber nicht aus der angeblich unzuverlässigen Linkspartei, nein, aus den eigenen Reihen ließ man die eigene Spitzenfrau ins offene Messer rennen.

Nun mag man zu Frau Ypsilanti und einer rot-grünen Minderheitsregierung stehen wie man will, doch daß drei SPD-GenossInnen nach Wochen öffentlicher Parteidiskussion und eindeutiger Zustimmung der SPD-Mitglieder plötzlich, wenige Stunden vor der (auch mit diesen drei abgemachten Wahl) von Frau Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin und der überfälligen Abwahl von Roland Koch, ihr angebliches “Gewissen” medienwirksam entdeckt haben wollen (wo auch immer es zuvor versteckt war), ist doch recht kläglich und dubios.

Offenbar wollten die drei dem Begriff der Solidarität in ihrer Partei einen neuen Sinn geben und ihr gekränktes, innerparteiliches Mütchen kühlen. Der Preis für die Egoshow der drei ist allerdings für die Partei katastrophal: Mehr als eine Lachnummer wird die hessische SPD so bei der nun anstehenden Neuwahl des hessischen Landtages nicht abgeben.

In den Nachbar-Blogs überwiegt die Empörung über diese plötzliche “Gewissensfindung”:
Hessen – der Hammer“, “Vier auf einen Streich“, “Suppenkasper-Theater“, “Zuverlässige SPD“, “Wer hat uns verraten?“, “Das Heft des Handelns“, “Frau Ypsilanti hat nichts gelernt….“, “Gewissensentscheidungen“, “YLosilanti: Chaos in Hessen“, “SPD in Hessen taumelt ins Chaos“, “Ventil“, “Wen die Sozialdemokraten verraten: Sozialdemokraten“, “Das SPD-”Narrenschiff”“, “An diesem schwarzen Dienstag“, “Eigentlich wollte ich ja über solche Themen nichts mehr schreiben…“, “Soche und solche in der SPD und viele…“, Umfrage: “Wer sponsort die Viererbande?

UPDATE:
Der Frankfurter Ortsverein Bonames soll laut Stern und Spiegel wegen “eindeutig parteischädigenden Verhaltens” das Ausschlußverfahren gegen die “Vierer-Bande” (Focus) Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts eingeleitet haben. Die Homepage www.spd-bonames.de ist momentan nicht erreichbar.
Auf den Nachdenkseiten wie immer bedenkenswertes: “Ypsilanti gescheitert. Dies ist keine Demokratie mehr“, “Ende mit Schrecken – Schrecken ohne Ende

Dienstag, 04. November 2008, in der Kategorie foto, politik/gesellschaft.

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6 Kommentare

  1. charakterlose intriganten, natürlich behalten alle ihren gut dotierten landtagsjob :-( hoffentlich ist nicht eines tages zu lesen, daß *was-auch-immer* für das plötzliche gewissen geflossen ist. von den oben verlinkten beiträgen gefällt mir der beitrag von semmel (“VENTIL”) am besten:

    “JETZT FÄLLT DIESEN VIER VERRÄTERN IN HESSEN URPLÖTZLICH EIN, DASS SIE EIN GEWISSEN HABEN, ODER WAS? EIN PAAR STUNDEN VOR DER ABSTIMMUNG? HAT DENEN DER KOCH ‘NE WARME MAHLZEIT ZUKOMMEN LASSEN, ODER WAS?…”

    und dann auch noch jämmerlich feige:
    “An den Sitzungen von Parteiführung und Fraktion in Wiesbaden nahmen die Vier selbst nicht teil.”

    Kommentar: jopi – 04. November 2008

  2. Kennt ihr das hier schon -. die Vertonung des “Wer hat uns verraten?”-Spruchs?
    Sehr gut: http://www.youtube.com/watch?v=mYmfMLujMCc

    Kommentar: tx – 04. November 2008

  3. Ich frage mich schon seit längerem, ob nicht ab einer gewissen Hierarchieebene in der SPD nur noch Ego-Shooter unterwegs sind. Um was geht es den Herren und Damen eigentlich? Um die Sache und die Ziele der Partei oder allein um ihr persönliches Fortkommen?

    Diese Frage muss sich jede/r aus Berlin und Hessen stellen, der / die in diesem Chaos auch nur marginal mitgemischt hatte. Im Falle von Neuwahlen wird die SPD abgewatscht werden, allerdings mit dem mehr als unangenehmen Nebenergebnis, dass nämlich Koch noch eine weitere Chance erhält.

    Ich fasse es nicht, was für eine Sch**** da passiert ist!

    Kommentar: Martina – 04. November 2008

  4. @all
    so stellt sich auch die Frage, “wer hat’s erfunden”, neu – jetzt, “wer muß es ausbaden”???
    das SPD-Narrenschiff mit Kurs gen Narragonien…

    ach ja, via Andrea bin ich auf folgenden Artikel in der FR (“Zweifel an Landtagsabgeordneter“) vom 29.10.08 aufmerksam geworden, in dem es heißt:
    “Einige Sozialdemokraten im Kreis Groß-Gerau haben Bedenken, ihre Landtagsabgeordnete Carmen Everts könne bei der Wahl Ypsilantis zur Ministerpräsidentin am 4. November nicht für die SPD-Frau stimmen. Auf dem außerordentlichen Parteitag des SPD-Unterbezirks am Dienstag entbrannte ein heftiger Streit über einen Antrag, in dem die Delegierten von den beiden Landtagsabgeordneten Everts und Renate Meixner-Römer die Zustimmung zur Ypsilanti-Wahl einfordern wollten. Carmen Everts, die auch Vorsitzende des Unterbezirks Groß-Gerau ist, wies die Zweifel an ihrer Person zurück und sprach von einem Affront. “Ich will den Regierungswechsel, da braucht es keine Aufforderung”, sagte sie.”
    Das ist ja interessant, da wurde die Dame also schon vor Tagen direkt auf ihr Abstimmungsverhalten angesprochen und hat sich eindeutig geäußert, wie verarscht dürfen sich denn jetzt die GenossInnen fühlen, Frau Everts, wo bleibt denn da ihr Gewissen?

    Kommentar: bembelkandidat – 04. November 2008

  5. Für dieses Theater fällt mir einzig der Begriff “Schmierenkomödie” mit den vier Schmierenkomödiant_innen ein.
    Die Homepage der SPD Bonames ist immer noch nicht erreichbar!

    Kommentar: Hanne – 05. November 2008

  6. “SPD – Die hessischen SPD-Dissidenten vollenden den Kurswechsel der Partei unter Franz Müntefering
    Wer Zeit verschwenden will, kann Betrachtungen über die ästhetischen und moralischen Seiten des hessischen SPD-Debakels anstellen. Man kann aber auch die innere Logik dieses Vorgangs untersuchen. Unter Führung von Kurt Beck hatte die SPD sich 2007 die Aufgabe gestellt, die Linkspartei aus den Parlamenten in Hamburg, Hessen und Niedersachsen herauszuhalten.
    [...]
    Es hat auch fast geklappt. Am 27. Januar war bei der ersten Hochrechnung die Linkspartei mit 4,9 Prozent draußen, SPD und Grüne hatten zunächst zusammen die Mehrheit. Stunden später hatte der knappe Einzug der Linken in den Landtag ein Kabinett von CDU und FDP verhindert. Wäre Ypsilanti bei ihrer Ablehnung einer Unterstützung durch die neue Konkurrenz geblieben, hätte sie ein anderes Wahlversprechen gebrochen: nämlich Ministerpräsident Roland Koch abzulösen und einen Politikwechsel in Hessen herbeizuführen. Von zwei möglichen Fehlern wählte sie wohl den richtigen.”

    Georg Fülberth
    Ab in die Wagenburg
    http://www.freitag.de/2008/45/08450102.php

    Kommentar: Georg F. via Freitag – 11. November 2008

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