Warschauer Ghetto 1940-1943
Das Warschauer Ghetto [Video] wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten zur Ermordung polnischer Juden errichtet und war das größte seiner Art.
7.12.1970: Der Kniefall von Willy Brandt
Willy Brandt, erster sozialdemokratischer Kanzler der Bundesrepublik, kniete am 7. Dezember 1970 zu Ehren der von Deutschen ermordeten Juden im Warschauer Ghetto. Den Anwesenden der Szene verschlug es den Atem. Ein Politiker zeigte Gefühle, indem er Schuld eingestand und um Vergebung bat. 20, 30 Sekunden verharrte er so, das Haupt tief gebeugt: “Immer wieder bin ich gefragt worden, was es mit dieser Geste auf sich gehabt habe. Ob sie etwa geplant gewesen sei? Nein, das war sie nicht.”
7.12.1989: “Runder Tisch” in der DDR
Das erste Mal, daß die neuen politischen Kräfte, die aus dem Widerstand gegen die “SED-Diktatur” erwachsen waren, nun gleichberechtigt mit den Vertretern der alten Macht auf ein Ziel hinarbeiten sollten: die Vorbereitung freier demokratischer Wahlen, die zunächst für den Mai 1990 angesetzt waren.
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Zu Willy Brandts Kniefall:
Ich lebte damals in Brüssel. Ich hatte kein Fernsehen und sah das Bild erst abends in der Zeitung. Nach dem ersten Staunen fand ich die Geste sehr gut und habe mich damit sofort identifiziert. In den nächsten Tagen fiel mir auf, wie freundlich die Leute plötzlich zu mir waren, wenn ich irgendwo sagte, dass ich Deutsche bin. Diese Geste hat uns im Ausland viel Achtung eingebracht.
Umso entsetzter war ich, als ich 1972 bei der “Willy-Wahl” in meinem SPD-Ortsverein in Mainz beim Wahlkampf half: Die Genossen, besonders die Jusos, hatten dafür höchstens ein Achselzucken, teilweise sogar eine leichte Verachtung übrig. Sie hatten überhaupt nichts begriffen. Ich war schockiert.
Kommentar: eule70 – 08. Dezember 2009