::BK:: bembelkandidat | bembel

21. Dezember: politisch-lyrischer Adventskalender

+ 21.12.2012: Heute KEIN Weltuntergang, der Maya-Kalender ist auch nicht am Ende und überhaupt … +
21.12.1925: “Panzerkreuzer Potemkin” uraufgeführt “Bester Film aller Zeiten”, so begeistert lautete auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 fast einstimmig das Urteil einer internationalen Filmjury über den sowjetischen Revolutionsfilm “Panzerkreuzer Potemkin” Броненосец Потёмкин, Bronenossez) von Sergei Eisenstein. [Hier klicken, um den Film online zu sehen]

Carpe diem!
Pflücke die Stunde, wär’ sie noch so blaß,
Ein falbes Moos, vom Dunst des Moores naß,
Ein farblos Blümchen, flatternd auf der Heide;
Ach, einst von allem träumt die Seele süß,
Von allem, was, ihr eigen, sie verließ,
Und mancher Seufzer gilt entflohnem Leide.
… >> weiterlesen siehe unten >> …


21.12.1972: Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR
Als der Grundlagenvertrag wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bezeichnet. Der Vertrag besteht aus 10 Artikeln: In Artikel 1 wird die Entwicklung gutnachbarlicher Beziehungen auf gleichberechtigter Basis vereinbart. In Artikel 2 bekennen sich die beiden Staaten zu den Grundsätzen der Vereinten Nationen, In Artikel 3 verpflichten sie sich, bei der Beilegung von Streitigkeiten auf Gewalt zu verzichten und die gegenseitigen Grenzen zu achten. [...]

21.12.1848: Nationalversammlung billigt Grundrechtskatalog
Als im Dezember 1848 die deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche tagte, verabschiedete sie für die geplante Reichsverfassung einen Katalog von Grundrechten. Demnach garantierte das Dokument die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz, das Recht auf freie Meinungsäußerung, Niederlassungsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf Freiheit und Unverletzlichkeit der Person. Die Frankfurter Nationalversammlung tagte vom 18. Mai 1848 bis zum 31. Mai 1849 in der Frankfurter Paulskirche und war das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland.

Carpe diem!

Pflücke die Stunde, wär’ sie noch so blaß,
Ein falbes Moos, vom Dunst des Moores naß,
Ein farblos Blümchen, flatternd auf der Heide;
Ach, einst von allem träumt die Seele süß,
Von allem, was, ihr eigen, sie verließ,
Und mancher Seufzer gilt entflohnem Leide.

In Alles senkt sie Blutes Tropfen ein,
Legt Perlen aus dem heilig tiefsten Schrein
Bewußtlos, selbst in grauverhängte Stunden;
Steigt oft ein unklar Sehnen dir empor,
Du schaust vielleicht, wie durch Gewölkes Flor,
Nach Tagen, längst vergessen, doch empfunden.

Wer, der an seine Kinderzeit gedenkt,
Als die Vokabeln ihn in Not versenkt,
Wer möchte nicht wieder Kind sein und sich grauen?
Ja, der Gefangene, der die Wand beschrieb,
Fühlt er nach Jahren Glückes nicht den Trieb,
Die alten Sprüche einmal noch zu schauen?

Wohl gibt es Stunden, die so ganz verhaßt,
Daß, dem Gedächtnis eine Centnerlast,
Wir ihren Schatten abzuwälzen sorgen;
Doch selten schickt sie uns des Himmels Zorn,
Und meistens ist darin ein gift’ger Dorn,
Der Moderwurm geheimer Schuld verborgen.

Drum, wer noch eines Blicks nach oben wert,
Der nehme, was an Lieben ihm beschert,
Die stolze wie die Stund’ im schlichten Kleide;
Der schlürfe jeden stillen Tropfen Tau,
Und spiegelt drin sich nicht des Äthers Blau,
So lispelt drüber wohl die fromme Weide.

Freu dich an deines Säuglings Lächeln, freu
Dich an des Jauchzens ungewissem Schrei,
Mit dem er streckt die lustbewegten Glieder.
Wär’ zehnmal stolzer auch, was dich durchweht,
Wenn er vor dir dereinst, ein Jüngling, steht,
Dein lächelnd Kindlein gibt er dir nicht wieder.

Freu dich des Freundes, eh zum Greis er reift,
Erfahrung ihm die kühne Stirn gestreift,
Von seinem Scheitel Grabesblumen wehen;
Freu dich des Greises, schau ihm lange nach,
In kurzem gäbst vielleicht du manchen Tag,
Um einmal noch das graue Haupt zu sehen.

O, wer nur ernst und fest die Stund greift,
Den Kranz ihr auch von bleicher Locke streift,
Dem spendet willig sie die reichste Beute.
Doch wir, wir Toren, drängen sie zurück,
Vor uns die Hoffnung, hinter uns das Glück,
Und unsre Morgen morden unsre Heute.

Annette von Droste-Hülshoff
* 10. Januar 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster
† 24. Mai 1848 auf der Burg Meersburg in Meersburg


Willkommen im politischen, lyrischen Adventskalender, einer kleinen Tradition im Bembel-BK-Blog zur Adventszeit. In diesem Jahr lassen sich die einzelnen “Türchen” unter folgendem Link gesammelt anschauen:
bembel-adventskalender-12

Freitag, 21. Dezember 2012, in der Kategorie lyrik/dichtung, politik/gesellschaft. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar




Tagged with:

_ Blick über den Bembelrandcategory arachne Spinnen & das sonderbare Dasein der Humanoiden ...


by tb
Subscribe

Letzte Kommentare

Kategorien

vor fünf Jahren

  • 23.10.2009 heute vor fünf Jahren leider keine Postings :(

Seiten

Meta

Blogroll

Archive

Schlagwörter

 

© bembelkandidat aus mainhatten since 2005 – Powered by WordPress