Am heutigen internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus beklagen Auschwitz-Überlebende den neuen/alten Antisemitismus.
Da in diesem Jahr der 27. Januar auf einen Sonntag fällt, findet die offizielle Gedenkveranstaltung im Bundestag in diesem Jahr erst am 30. Januar, dem 80. Jahrestag der Machtübergabe an (und nicht der Machtergreifung) von Adolf Hitler statt.
Der Holocaustgedenktag ist auf den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die kommunistische Rote Armee im Jahr 1945 bezogen, was in der oberbayrischen Provinz bei JU- und CSU-Landeiern offenbar im Geschichtsunterricht vergessen worden ist, weswegen an diesem Tag daher über “Massenvergewaltingungen” der Roten Armee schwadroniert wird, dem tumbem Stammtisch sicher zur Freude (siehe Stephan Ebner auf Twitter@EbnerSt).
Wenn die letzen Zeitzeugen und Überlebenden der Shoa gehen, dann wandelt sich auch das Gedenken an den Holocaust (siehe dazu Deutschlandfunk).
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22.12.1942: “Rote Kapelle”
- erste Hinrichtungen
Klebezettel der “Roten Kapelle“:
“Ständige Ausstellung
Das NAZI-PARADIES – Krieg Hunger Lüge Gestapo – Wie lange noch?“
Rote Kapelle, ein Name, den sich Gestapo und faschistische Abwehr ausdenken, um eine Gruppe kritischer Aktivisten einzukreisen und letztendlich zu ermorden. Hans Coppi ist einer der führenden Personen in diesem Zusammenschluß von Freunden und Widerständlern, die seinerzeit in Berlin agieren.
Sonnet
Die lange Winternacht will nimmer enden;
Als käm’ sie nimmermehr, die Sonne weilet;
Der Sturm mit Eulen um die Wette heulet;
Die Waffen klirren, an den morschen Wänden.
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20.12.1963: Auschwitz-Prozeß beginnt
“Dieser Widerwille (…) keine Zeugen, Kalter Krieg (…) Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema.”
Worte des Hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer, am 20. Dezember 1963 begann in Frankfurt am Main der Auschwitz-Prozeß. Knapp 20 Jahre hatte es gedauert, bis die bundesdeutsche Justiz nach den Geschehnissen im polnischen Osviecim aktiv wurde.
-> www.fritz-bauer-institut.de
Wer sich der Einsamkeit ergibt
»Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.«
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20. Dezember 1812 – Grimms Märchen: Heute vor 200 Jahren erschienen die ersten Exemplare der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Sie wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt und zählen zu den weitverbreitesten Büchern der Welt. Seit dem Jahr 2005 gehört die Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen zum Weltdokumentenerbe, ein Exemplar ist z.B. im Brüder-Grimm-Museum in Kassel zu sehen.
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19.12.1984: Ein Land, zwei Systeme
In Peking wird die britisch-chinesische Vereinbarung über Hongkongs zukünftigen Status unterzeichnet.
DER REVOLUZZER
Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet
War einmal ein Revoluzzer,
Im Zivilstand Lampenputzer;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.
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Vor 150 Jahren wurde der französische Filmpionier Georges Méliès geboren
(* 8. Dezember 1861, † 21. Januar 1938)
Filmbild aus:
“Le voyage dans la lune” (via archive.org)
Homepage zu Georges Méliès:
www.melies.eu
Die Industrie
Vor ihm sind tausend Jahre wie der Tag,
Der gestern schied mit feierlichem Prangen;
Denn was der Sturm der Zeiten auch zerbrach –
Ihm ist er machtlos nur vorbeigegangen,
Ihm nur, der Menschheit wundervollem Geist,
Den ewig seine eigne Schöne preist,
Der frei entwandelt jeglicher Vernichtung,
Der leuchtend zieht die eigne Bahn und Richtung!
… >> weiterlesen siehe unten >> …
Warschauer Ghetto 1940-1943
Das Warschauer Ghetto [Video] wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten zur Ermordung polnischer Juden errichtet und war das größte seiner Art.
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Das Lied vom toten Kind, das sich wärmen wollte
Es war ein Kind in Birkenau
Gegangen durch den Kamin
Dass musste jetzt im Winterwind
Am eisigen Himmel ziehn… >> weiterlesen siehe unten >>
7.12.1970: Der Kniefall von Willy Brandt
Willy Brandt, erster sozialdemokratischer Kanzler der Bundesrepublik, fiel am 7. Dezember 1970 zu Ehren der von Deutschen ermordeten Juden im Warschauer Ghetto spontan auf die Knie. Den Anwesenden der Szene verschlug es den Atem. Ein Politiker zeigte Gefühle, indem er Schuld eingestand und um Vergebung bat. 20, 30 Sekunden verharrte er so, das Haupt tief gebeugt: “Immer wieder bin ich gefragt worden, was es mit dieser Geste auf sich gehabt habe. Ob sie etwa geplant gewesen sei? Nein, das war sie nicht.”
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70. Jahrestag des Massakers von Lidice vom 9./10.Juni 1942
Marcel Reich-Ranicki wird am staatsoffiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus die Gedenkrede im Bundestag halten. (Mehr zur Rede siehe unten*)
Tage zuvor jährte sich die Wannseekonferenz zur Organisation des systematischen Massenmordes zum 70. Mal, und im Bundestag wurde eine Studie vorgestellt, die über einen fest verankerten Antisemitismus “in erheblichem Umfang” bis “in die Mitte der Gesellschaft” berichtet und daß aktuell ca. jede/r fünfte Deutsche latent antisemitisch ist. (Link zum 1. Antisemitismusbericht, PDF)
Foto: Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von Hans Wimmer am nordwestlichen Treppenturm der Paulskirche in Frankfurt am Main, Germany
Der 27. Januar 1945 war zwar leider noch nicht der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, doch der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee der damaligen Sowjetunion ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer des deutschen Faschismus, ein nationaler Gedenktag insbesondere in der BRD fuer die Opfer des Nationalsozialismus im sog. Holocaust, der Shoa.
Zuerst wurde das Hauptlager Monowitz am Vormittag des 27. Januar 1945 von den Einheiten der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Kurotschkin befreit.
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Warum Erinnern, ist Vergessen nicht irgendwann mal besser? Einen lesenswerten Beitrag hierzu hat Daniel Neumann verfaßt: Zachor – Erinnere Dich! (PDF)
Auch in Frankfurt erreichten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 die von den Nazis organisierten Novemberpogrome 1938 ihren Höhepunkt.
An der Außenseite der Mauer zum alten Jüdischen Friedhof in Frankfurt am Main sind kleine Metalltafeln mit den Namen von über 11.000 verfolgter, deportierter und ermordeter Frankfurter/innen jüdischen Glaubens angebracht, darunter z.B. auch ein Namensblock für Anne Frank.
Auf der zentralen Gedenkveranstaltung 2010 in der Paulskirche hielt Alfred Grosser eine umstrittene Gedenkrede zur Pogromnacht von 1938, wegen der zahlreichen Anfragen nach dem Manuskript hat Grosser der Stadt Frankfurt für ihr Internetportal eine nachträgliche Niederschrift der zunächst frei vorgetragenen Rede zur Verfügung gestellt, siehe im BembelBlog und via Scribd (Bembel::BK::)
Der 8. Juni beginnt regnerisch und kühl … Jorge Semprún ist tot, gestorben am 7. Juni 2011 in Paris.
“Ich bin weder Schriftsteller noch Politiker. Ich bin nur ein Überlebender von Buchenwald.”
Das Franco-Regime und den Nazi-Terror hat er als Widerstandskämpfer in den Reihen der Résistance und später als Häftling im KZ Buchenwald überlebt. Zum 65. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald 2010 hielt Jorge Semprún auf dem Ettersberg während der Gedenkveranstaltung noch eine Rede, es war die bewegendste und beeindruckendste der Gedenkfeier.
Der 8. Mai, der Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg am 8. Mai 1945, war für Peter Gingold “das Morgenrot der Menschheit” (siehe auch seine bewegende Rede “Der 8. Mai 1945: Befreiung oder Niederlage?” in Kassel 2004).
So kann es kaum eine “passendere” Auftaktveranstaltung der Gingold-Erinnerungsinitiative www.gingold-initiative.de geben, als am 8. Mai 2011:
Erinnert Euch! Einladung zu einer Matinee
am Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg, 8. Mai 2011
um 11 bis 13 Uhr
im DGB-Gewerkschaftshaus, großer Saal,
Frankfurt am Main Wilhelm-Leuschner-Str. 69–77

Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von Hans Wimmer
am nordwestlichen Treppenturm der Paulskirche
Frankfurt am Main, Germany
Zoni Weisz erinnert in seiner Rede zum internationalen Holocaustgedenktag in der offiziellen Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag an den “vergessenen Holocaust”.
Es gibt auch heute nicht viele öffentliche Denkmäler und Skulpturen in Deutschland, die Heinrich Heine würdigen und an ihn erinnern.
Heine wurde am 13. Dezember in 1799 in Düsseldorf geboren und starb am 17. Februar 1856 in Paris, wo auch sein Grab liegt. Doch erst im Jahr 1913 wurde nach heftigem Streit und viel antisemitischer Hetze das erste öffentliche Heine-Denkmal in Deutschland eingeweiht, in Frankfurt a.M., eine allegorische Skulptur von Georg Kolbe.
Kurt Tucholsky soll 1929 zum Streit um ein würdiges Heine-Denkmal gesagt haben:
“Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie die Macht zum Geist.”
Die bewegte Geschichte des 1933 geschändeten Heine-Denkmals, das heute (seit 1947) in der Taunusanlage steht, vor ’33 aber in der Friedberger Anlage und die Nazi-Zeit als “Frühlingslied” ansonsten auf wundersame Weise unbeschadet überstanden hat, läßt sich unter anderem hier nachlesen: “Jüdische Denkmäler – Frankfurt” (jd-f.de)
Auch in Frankfurt erreichten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 die von den Nazis organisierten Novemberpogrome 1938 ihren Höhepunkt.
An der Außenseite der Mauer zum alten Jüdischen Friedhof in Frankfurt am Main sind kleine Metalltafeln mit den Namen von über 11.000 verfolgter, deportierter und ermordeter Frankfurter/innen jüdischen Glaubens angebracht, darunter z.B. auch ein Namensblock für Anne Frank.
Auf der zentralen Gedenkveranstaltung in Frankfurt in der Paulskirche (warum eigentlich dort?) soll in diesem Jahr Alfred Grosser die Gedenkrede zur Pogromnacht 1938 halten, was allerdings sehr umstritten ist, siehe z.B.
Nachtrag: Rede zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 von Alfred Grosser – Paulskirche Frankfurt am 9.11.2010
Wegen der zahlreichen Anfragen nach dem Manuskript hat Alfred Grosser nun der Stadt Frankfurt für ihr Internetportal eine nachträgliche Niederschrift der zunächst frei vorgetragenen Rede zur Verfügung gestellt:
im BembelBlog und via Scribd (Bembel::BK::)
Wie an vielen anderen Orten in Deutschland, so fand auch auf dem Römerberg in Frankfurt a.M. dieses “Bücherverbrennung” genannte Nazi-Spektakel am 10. Mai 1933 statt. Mitglieder der VVN-BdA haben heute, 77 Jahre später, mit einer Lesung aus damals verbrannten Schriften und Erinnerungen von Zeitzeugen daran erinnert. Wo bleiben oder blieben eigentlich die offiziellen VertreterInnen der Stadt Frankfurt am Main … ???
“Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”
(Heinrich Heines, Almansor 1821)
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